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Freitag, 25. Juni 2010

Mein Leben als High School Student 38 - Virginia vacation

Inzwischen bin ich ja nun in Washington, D.C., genauer gesagt, in Virginia, bei Freunden meiner Eltern. Leider habe ich erst jetzt Zeit, euch zu erzaehlen, was bisher so passiert ist, deshalb kommt hier mal ein laengerer Blogeintrag. Letze Woche bin ich also hier angekommen, wo die Rehe noch bis auf 10m an die Terrasse kommen, wenn man zu Abend isst und man noch jede Menge Gluehwuermchen sehen kann. Der naechste Supermarkt ist eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt.
Ich wurde also abgeholt und wir sind gleich in den Supermarkt gefahren, und haben Lebensmittel eingekauft. Den Supermarkt habe ich gleich als 'Stop & Shop' identifiziert, so wie wir einen in Arlington am Ende der Strasse haben. Pustekuchen, der heisst hier 'Giant' ist aber dasselbe: die Uniformen sehen gleich aus, die Tueten sehen gleich aus, die Schilder sehen gleich aus, das Logo sieht gleich aus. Wir haben erstmal ein Relikt aus den 1950er Jahren erstanden: Fleisch aus der Konservendose:


So unappetitlich, wie es hier aussieht, Frau Gebken hat eine ganz leckere Bolognese daraus gezaubert. Ich habe den ersten Tag erstmal relaxt, meine 35 Grad Celsius, 90% Luftfeuchtigkeit und Sonnenschein genossen.
Wir sind zunaechst einmal in zwei National Parks gegangen, beide am Potomac River gelegen, der auch durch die Hauptstadt fliesst:

Stromschnellen

noch mehr Stromschnellen

und noch mehr Stromschnellen - koennt ihr euch vorstellen, dass das alles schon mal ueberflutet war?


Sonntag haben wir dann das Mansion von George Washington besucht, das ihr oben sehen koennt. Wir haben uns nur die Asusenanlage angeschaut, und sind nicht reingegangen, weil die Wartezeit, um uberhaupt nur reinzukommen 70 Minuten in der prallen Sonne bedeutete. War nicht allzu schlimm, man kann sich das Haus auch virtuell anschauen: http://www.mountvernon.org/virtual/index.cfm/ss/29/ . Aber die Aussenanlage war trotzdem sehenswert:

das Gewaechhaus mit den Gaerten davor

der Blick von der Terrasse des Mansions auf den Potomac

wenn man mal schnell von A nach B musste, nahm man wohl sowas (ich wuerde mich ja weigern ...)

immerhin fuhr man ein bisschen stilvoller, wenn man zu einem Dinner eingeladen war

in Amerika muss man den Besuchern anscheinend sagen, dass man an einer Grabstaette sich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt

das Grab von George Washington (rechts) und das seiner Frau (links), an dem immer noch jeden Tag ein Trauerkranz abgelegt wird

den Sklaven hat man in den 1980er Jahren auch ein Denkmal gesetzt

so sah ein Sklavenhaus fuer 8 (!) Sklaven aus ... :-O


Hinterher sind wir noch ins Education Center gegangen, wo man natuerlich ein bisschen was ueber die Geschichte lernen kann. Am Eingang befand sich dieses Portraet von George Washington, das einen anstarrt, egal von wo man es betrachtet. Irgendwie finde ich diese optische Taeuschung ja schon gruselig!

Montag haben wir dann eine Trolley-Tour durch Washington D.C. gemacht. Das bedeutet, dass das umgeruestete alte Strassenbahnen sind, man ein Tagesticket kauft und eine gefuehrte Tour durch die Stadt macht, man aber an jedem Stop aussteigen kann.
Wir haben also das Auto am Arlington Cementary geparkt (wo die Praesidenten beerdigt werden), und haben erstmal vergeblich eine Stunde lang auf ein Shuttle zum Lincoln Memorial gewartet. Schlussendlich sind wir dann eben den Kilometer ueber die Bruecke gelaufen. Ich habe mir das Lincoln Memorial dann erstmal angeschaut, waehrend Frau Gebken naehere Informationen zu unserer Tour eingeholt hat. So sieht das aus:


Praesident Lincoln hoechstselbst

der Blick auf die "Mall" vom Lincoln Memorial aus; die Mall erstreckt sich vom Lincoln Memorial, ueber das Washington Monument (diese Art Basilisken) bis zum Capitol

das Foto ist nicht so der Hit, man sieht das Jefferson Memorial, aber viel interessanter: im Hubschrauber sitzt der Praesident

das keine-Ahnung-mehr-was-War Memorial mit dem Lincoln Memorial im Hintergrund

das Weisse Haus


Gegenueber vom Weissen Haus mussten wir erstmal 20 Minuten warten, weil die Strasse abgesperrt war. Der Praesident war auf dem Weg vom Hubschrauber zum Weissen Haus. Er ist auch tatsaechlich vorbeigefahren, er sass in der mittleren Limosine (die, die nicht hinter einem Baum ist). Ein paar Sekunden nachdem ich dieses Foto geschossen hatte, hat Mr. Obama auch tatsaechlich das Fenster runtergemacht und hat gewunken. Allmaehlich loeste ich der "Stau" dann auch wieder auf und wir sind beim naechsten Stop ausgestiegen und sind ein bisschen durch das Museum of American History gelaufen. Gesehen haben wir:

die original Kermit-Puppe

die Musical-Maske von Simba

das Rafiki-Kostuem von dem Musical "Der Koenig der Loewen"

inauguration-Kleid von Jackie Kennedy

inauguration-gown von Michelle Obama

... die mindestens Groesse 43 traegt (Jimmy Choo)

mit passendem Schmuck

die Kueche von Julia Child, die mal bei uns in Cambridge, Massachusetts, stand

Wer waere schon auf die Idee gekommen, die Spuelmaschiene irgendwohin zu verfrachten?



Wieder zurueck im Trolley sind wir zum International Spy Museum weiter gefahren. Auf dem Weg haben wir dieses Schild gesehen, das auf eine Sonderausstellung Deutscher Meister verweist. Das International Spy Museum war richtig cool, allerdings durfte ich keine Bilder machen, weil sie Originale gezeigt haben. Das war alles echt faszinierend fuer mich. Besonders toll fand ich eine Codiermaschiene der Deutschen, die eine Nachricht auf 100000000000000000000000 (100 und 21 Nullen) verschiedene Arten verschluesseln konnte. Sah aber eher wie eine Schreibmaschiene aus.
Nach zwei Stunden im Museum haben wir unsere Tour fortgesetzt, haben zwischendrin einen Snack gehabt und sind dann weiter. Es gab mehr Sehenswuerdigkeiten zu sehen:

die aelteste und hoechste Kirche in Washington

das Weisse Haus von hinten

eine deutsche Konditorei

das CIA Downtown Buero (das rote Gebaeude)

ein Museum, bei dem Baeume INNEN wachsen

das Capitol

das Smithsonian Castle (der Typ, der das gegruendet hat, ist dafuer verantwortlich, dass die meisten Museen in der Hauptstadt keinen Eintritt verlangen)

das Washington Memorial, das das hoechste Gebaeude der Welt war, bis es den Eiffelturm gab

das Washington Memorial und das Jefferson Memorial (rechts)

Wir sind dann fix und alle wieder zum Arlington Cemetary gekommen (die Shuttles mussten fuer den Nachmittag wegen Bauarbeiten abgesagt werden) und haben zu Hause eine Tomatensuppe gefixt und dann den Rest des Abends auf der Terrasse verplaudert.
Nach diesem Tag brauchten wir erstmal einen Tag Ruhe. Vor allem, weil wir alle ganz schlecht geschlafen hatten. Morgens sind wir einkaufen gegangen und haben diverse Erledigungen gemacht. Als wir um zwei zurueckgekommen sind, war ich so fertig, dass ich den ersten Mittagsschlaf in Jahren gehalten habe (zweieinhalb Stunden), waehren Frau Gebken sich zu irgendeinem Amt schleppen musste, um ihren Fuehrerschein erneuern zu lassen. Aufgeweckt wurde ich dann vom Telefon, die Vermieter riefen an, weil sie sagen wollten, dass sie kaemen, um die Wasserleitung zu reparieren. Haben sie dann auch gemacht.

Nach einem Ruhetag haben wir uns dann am als naechstes auf Land aufgemacht und uns ein anderes Mansion angeschaut. Das war richtig suess, aber man durfte ja nicht fotografieren :-(. Immerhin habe ich die Fuehrerin mit einem Hundeblick dazu erweichen koennen, mir verbotenerweise die alte Kueche zu zeigen - nachdem die Fuehrung offiziell vorbei war :-D.

Ausblick vom Mansion

das Mansion (in dem Eleanor und Franklin D. Roosevelt regelmaessige Gaeste waren)

irgendwie fand ich, dass hier die Proportionen nicht richtig stimmten; riesiger Baum, winzige Bank, und ganz niedrige Aeste ...

ein anderer Teil des Gartens

Nachdem wir mit diesem Mansion fertig waren, wollte Frau Gebken mir noch Middleburg zeigen, ein kleines liebliches Staedtchen etwas weiter im Westen. Es war auch wirklich beschaulich:

ein Weihnachtsladen im Hochsommer

ein paar kleine Laeden

Das Beste an diesem Kaff: ich habe das meiner Meinung nach beste Eis auf die Faust in ganz Amerika bekommen: Pfirsich-Vanille. Das war himmlisch!!! Wieso habe ich nur eine Kiddie-Portion genommen (entspricht ca. zwei deutschen Kugeln)??? Das war genau die richtige Belohnung und die richtige Staerkung. Der Weg war naemlich schon ein kleines Abenteuer; wir haben auf der "Strasse", auf der wir zwoelf Kilometer bei ca. 20km/h durch den Wald fuhren, sogar eine Truthahnfamilie gesehen:


dieser Feldweg hatte nun wirklich nicht die Bezeichnung "Highway" verdient :-D!

Sonst ist eigentlich nichts Nennenswertes mehr passiert, aber ich wollte euch mal die Dusche zeigen, die mir hier zur Verfuegung gestellt wurde:

alles meins - inklusive Dampfbad :-P

Gruesse aus Virginia/ Washington!

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