Ich muss gestehen, dass ich ein bisschen im Verzug bin, aber ich versuche, alles aufzuholen, was ich nicht gleich gepostet habe.
Sonntag mussten wir nochmal um sechs Uhr morgens aufstehen und Sandwiches packen, dann stand uns eine 45minuetige Fahrt zum Hudson River bevor. Wir, das sind Alina, Phyllis, Berrie (= Phyllis Freundin, bei der wir wohnen) und ich. Von dem grossen Parking Lot sind wir dann mit dem Bus zur Faehre gefahren worden. Barrie ist ein riot, sie spricht jeden an und haelt einen kleinen Plausch. Unser Busfahrer hatte ihr dann auch versprochen, uns auf dem Rueckweg wieder abzuholen, wenn wir wieder zurueckkommen wuerden.
Aber erstmal mussten wir nach Staten Island kommen, was erstmal verzoegert haette werden koennen. Als wir losgefahren sind, waren mir zwei Sachen nicht klar gewesen: 1. Auf Ellis Island sind Sicherheitskontrollen wie am Flughafen und 2. in meiner Handtasche befindet sich immer ein kleines Taschenmesser. Als ich dann durch die Kontrolle sollte, habe ich dann schon ein bisschen um mein kleines Messerchen gefuerchtet, aber irgendwie doch auf mein Glueck vertraut, ich bin ja meistens Mrs.-1%. Man sollte sich aber nicht zu frueh auf sein Glueck verlassen. Natuerlich hat der Scanner mein Taschenmesser entdeckt und nachdem ich schon fuerchten musste, nicht nach Ellis Island zu duerfen (Securitydame zu Berrie: "Is she with you?" "No."; Phyllis ist dann aber noch eingeschritten und hat mich als Mitreisende identifiziert), wurde mein Messer schon dem Mann zum zerstoeren ueberreicht. Ich habe mich dann ein wenig schauspielerisch angestellt "Is there no way to keep it?", "What can I do, I really don't want to loose it, my parents gave it to me ..." (oder so in der Art) und so den Zerstoerer erweicht. Er hat mir mein Taschenmesser zurueckgegeben mit dem dringenden advice, es auf Ellis Island und Staten Island in einem Schliessfach einzuschliessen, es seien noch mehr Sicherheitskontrollen auf unserem Weg.
Mit der Faehre sind wir dann nach Staten Island gefahren, und auf dem Weg dorthin habe ich dieses fuer einen Reisefuehrer perfektes (Bescheidenheit ist keine meiner ausgepreagten Staerken) Bild geschossen:
Nachdem wir unsere Audioguides, die Phyllis fuer uns reserviert hatte, abgeholt hatten, war natuerlich das Erste, was wir gemacht haben, ein Schliessfach zu besetzen. In dieses Schliessfach passten: meine Handtasche voller Essen, Alinas Handtasche und Berries Lunsch. Wir hatten also unsere Tickets um in die Statue of Liberty (oberster Balkon, den Rand koennt ihr auf dem Foto sehen) und mussten anstehen. Natuerlich sind wir wieder von der Security aufgehalten worden, denn in Phyllis Handtasche befand sich noch Essen. Wir mussten anstehen und die Securitylady hatte gesagt: alles muss aufgegessen sein, bevor wir den Eingang erreichen. Also Lunchbag raus und anfangen zu futtern. Berrie, wie sie so ist, hat dann allen umstehenden Passanten ein paar Karotten und co. angeboten. Es hatte sich dann so ergeben, dass ungefaehr fuenf Leute vor uns ein Typ stand, den Phyllis mit "You are German" angesprochen hat, der von sich selber ueberzeugt war, polisch auszusehen. Er war aus Freiburg. Er wollte sich dann aber nicht mit uns unterhalten. Irgendwie wollen wir Deutsche nicht als deutsch erkannt werden, warum eigentlich? Bis zum Eingang hat Berrie sich dann noch mit diversen Typen unterhalten, unter anderem auch mit jemandem, der Waffen in NYC verkauft und seinem Kumpel, der beim Militaer Fallschirmspringen gemacht hat. Als wir alles aufgegessen hatten und es endlich durch den Eingang geschafft hatten, standen wir vor dem naechsten Sicherheitscheck. Dort durften wir auch unsere Schuhe abgeben, Papierschuhe und uns in ein Geraet stellen, aus dem diverse Luftstoesse kamen. Unsere Vermutung ist, dass es ein Nacktscanner ist, aber wir sind uns nicht sicher. Als wir dann endlich im Sockel drin waren, wurden wir auch direkt von der original Fackel begruesst (aktuell haelt die Statue eine neue Faeckel).
Wir haben uns also das Museum angeschaut und die entsprechende Audiotour gemacht. Hier ist eine detaillierte Kopie des Gesichts:
Abgesehen von der Geschichte der Statue, gab es auch diverse Werbeplakate, wie das von Levis:
Wir haben uns also das Museum angeschaut und sind hoch und hoeher und noch hoeher und noch viel hoeher auf die Aussichtsplattform gestiegen, wo wir uns einmal NYC von oben angeschaut haben. Da es doch sehr sehr windig war, haben wir uns nur kurz da oben aufgehalten und sind dann wieder runter und haben uns, nachdem wir die Audioguides wieder abgegeben hatten, wieder auf die Faehre begeben. Eigentlich wollte ich ja noch ein kleines Andenken im Souvenierstore kaufen, aber der war mehr als crappy.Nach einer kurzen Fahr auf der Faehre befanden wir uns dann endlich auf Ellis Island, wo wir uns erstmal mit einem Snack staerken mussten. Ich hatte ja meinen magic food bag, aber Alina hat sich einen Schokokuchen gekauft und Phyllis und Barrie hatten einen Kaffee. Unser timing war perfekt, als wir bereit waren, dauerte es nur noch fuenf Minuten, bis der Film anfangen sollte. Es war nur eine halbe Stunde, aber ich war so muede, dass ich kaum etwas davon mitbekommen habe. Auch hier hatten wir einen Audioguide und haben eine Tour gemacht, genau so, wie die Immigranten die durch Ellis Island hier nach New York gekommen sind. Angefangen haben wir in der grossen Halle:
Und dann ging es durch die auf diesem Bild linke Tuer, um sich auf eine Reise in die Vergangenheit zu begeben. Es war schon sehr bewegend und ehrlich gesagt, bin ich froh, dass ich das nicht alles durchmachen musste! Es gab natuerlich auch "echte Exponate", Dinge, die die Immigranten bei sich hatten, so, wie diesen 500 000 Mark Schein:
Dann sind wir noch durch die Fotogalerie und den Rest des Museums gelaufen, bis wir irgendwann rausgeschmissen worden sind, weil das Museum dicht gemacht hat. Noch einmal potty gehen und in aller Eile einen Penny praegen lassen und dann sind wir tatsaechlich rausgeschmissen werden. Draussen hatten wir dann noch einen weiteren Snack und haben eine Frau getroffen, deren Ururgrossmutter aus Deutschland hergekommen ist. Sie macht immer noch Rouladen zu Weihnachten. Als wir dann auf die Faehre gegangen sind, bot sich ein unglaublicher Anblick: Sunset over New York City, das Licht hat sich an den Haeusserfassaden gespiegelt und an der Wasseroberflaeche gebrochen. Einfach atemberaubend.
Auf der Rueckfahrt hat Berrie uns dann noch erzaehlt, wie sie ihren Ehemann getroffen hat - eine unglaublich romantische Story - und auch sonst hatten wir noch Spass. Der Busfahrer hatte sein Versprechen nicht gehalten und uns nicht abgeholt, sondern lieber seine Zeit mit seinem Valentine verbracht.Beim Abendessen haben wir natuerlich auch ueber unseren Tag geredet und wir meinten dann so, dass man die Luecke, wo das World Trade Center war, immer noch sehen kann. Wir haben dann erfahren, dass die Flugzeuge damals beide vom Boston Logan Airport abgeflogen sind und dass die Leute sich hier deswegen immer noch schlecht fuehlen.
Nach diesem turbulenten Tag brauchte ich nur noch eine Dusche und ich habe sogar noch daran gedacht, mein Taschenmesser aus meiner Handtasche zu nehmen. Am Montag sollte es dann in die City reingehen und wer weiss, was fuer Sicherheitsvorkehrungen die da haben ...
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