Welcome to my blog, hope you enjoy reading
RSS

Mittwoch, 25. November 2009

Mein Leben als High School Student 3 - der groesste Weihnachtsbaum in Neuengland und ich

Endlich bin ich wieder so weit gesund, dass ich glaube dazu faehig zu sein, einigermassen verstaendlich zu bloggen. Wie ihr sehen koennt, habe ich mit dem Design ein bisschen rumgespielt, weil mir das vorher doch ein bisschen kahl vorkam. Der Hustensaft nimmt mich noch ein bisschen mit, deshalb entschuldige ich mich schonmal vorab fuer alle Fehler, die ich mache. Also, hier kommt mal eine Zusammenfassung (okay, ich habe Zeit, das kann auch laenger werden ...) von allem., was bis jetzt "passiert" ist.


Am Samstag waren Jodi und ich beim "Christmastree-lightening" in Downtown Boston. Taylor ist mit seinen Freunden frueh morgens raus um das Football Spiel Harvard - Yale in Connecticut anzuschauen. Wir Maedels sind dann also nachmittags mit dem Bus und der U-Bahn ("T") zum Quincy Market gefahren und haben uns da mal ein bisschen umgeschaut. Besonders beeindruckend fanden wir diese unglaubliche Truppe von Breakdancern: unglaubliches Tempo und Bewegungen und - was echt atemberaubend war - einer von denen ist ueber vier stehende Leute gesprungen!!! Nach dieser Darbietung haben wir uns noch ein bisschen umgeschaut, ich habe vor allem nach einem Adventskalender Ausschau gehalten. Punkt 5:30 Uhr war es dann so weit: der groesste Weihnachtsbaum in Neuengland ist angeschaltet worden, natuerlich mit viel Tamtam. Eine Band hat gespielt, wir hatten einen Trommelwirbel und mangels echtem Schnee wurden mehrere Zentner Plastikschnipsel in den Himmel geblasen. Anschliessend sind wir dann noch durch den Food Court in Quincy Market gelaufen und ich habe eine "Teddy-Bear-Factory" kennengelernt. Dort sucht man sich eine Teddyart aus, der Baer wird dann gefuellt und man kann sich Klamotten dafuer aussuchen. Nach diversen Entdeckungen im Clogs-Laden waren wir aber muede, und mein Hals hatte angefangen weh zu tun, somit ging es dann heim, Pasta machen und dann frueh ins Bett gehen.


Sonntag habe ich dann groesstenteils mit Latein lernen verbracht, wer einen Vorgeschmack haben moechte: Tacitus' Berichte ueber die Schlacht am Mons Graupius (irgendwo in Schottland, niemand weiss so genau, wo das ist). Die einzige Unterbrechung war ein kurzer Besuch bei Familie Lewis, wo mich die Kids stuermisch begruesst haben.

Montag ging es mir dann richtig schlecht, ich habe morgens gleich mal Hustensaft genommen, den ersten und einzigen, den ich finden konnte. Ich hatte ein komisches Gefuehl, aber nachdem eine Lateinarbeit und am naechsten Tag Mathe und Chemie anstanden, konnte ich es mir nicht leisten zu fehlen. Die Lateinarbeit habe ich dann ganz gut hinter mich gebracht und als ich dann nach Hause bin, habe ich mich aufs Sofa gesetzt mit der Absicht, schnell die Hausaufgaben hinter mich zu bringen und dann zu lernen. Also, schrecklich Halsweh und noch einen Essloeffel Hustensaft --> ich bin beim Hausaufgabenmachen eingepennt. Jodi und Taylor haben mich nur fuer wenige Minuten wachbekommen, dann war ich wieder weg. Irgendwann um neun bin ich dann aufgewacht und Taylor hatte mir einen anderen Hustensaft gekauft. Wie sich dann naemlich herausgestellt hat, war Jodis Hustensaft mehr als Hochprozentig, der, den ich jetzt habe (wir haben nachgefragt, ob das okay ist, wenn ich als 16-Jaehrige trinke!), hat 13% vol. und da sage nochmal jemand, alcohol ist verboten! Naja, ich bin momentan in einem Dauer-Schwummer-Zustand.

Nachdem ich dann Montag verpennt hatte, bin ich Dienstag wieder guter Absicht in die Schule, die Mathearbeit ist super gelaufen (100%), Chemie eher nicht. Trotz meiner Hohlstunde ist es mir nicht gelungen, alles zu lernen. Naja, ich habe mein Bestes gegeben, und werde einfach in den naechsten Arbeiten (wir schreiben ca. 12) besser sein. Zu Hause habe ich dann erst mal alle Hausaufgaben hinter mich gebracht bevor ich meinen Hustensaft getrunken habe und dann mit Jodi eine Serie geschaut, wobei ich dann aber auch eingepennt bin.

Heute hatte ich dann einen Halb-Tag, was fuer mich hiess, dass ich nur drei Stunden Schule hatte. Eine Stunde Englisch und dann eine Stunde Geschichte. Da haben wir dann endlich mal was Ferienmaessiges gemacht: franzoesische Scharade. Wir durften uns eine historische Szene aussuchen und das andere Team kam einer nach dem anderen rein und durfte die Szene dem Naechsten vorspielen. Ein anderer Deutscher (wir wollen hier keine Namen sagen, wenn wir laestern) hats dann total vermasselt. Acacia hatte ihm Schiessen und dann tot umfallen vorgemacht, er hat der naechsten Person dann nur noch liebloses Schissen vorgespielt. Hat alles vermasselt. Danach durfte ich dann noch eine Stunde Mathe erdulden und dann war "Prep Rally". Das ist, um es kurz zu sagen, eine Stunde Schreien. Wir sollten eigentlich alle die Schulfarben tragen, aber das war mir aufgrund meines Gesundheitszustandes entgangen. Jedenfalls haben Alina und ich beschlossen, uns das anzuschauen, obwohl sich alle anderen "heimlich" verkruemelt haben. Wir haben ja nur dieses Jahr um alles zu erleben ... Wir haben dann eben nicht mitgeschrien, weil es uns beiden (Wunder oh Wunder aufgrund der selben Krankheit) nicht so gut ging. Wir wurden auch Zeuge eines Lehrer-Schueler-Voelkerballspiels, was in einem eindeutigen Sieg fuer die Schueler endete. Danach hat noch die Schulband gespielt, Cheerleader (wir haben auch einen maennlichen Cheerleader!) und Footballspieler haben Suessigkeiten in die Menge geworfen. Letztere sind wirklich Elfen - oder wie heissen die grossen grauen Tiere mit dem langen Ruessel?

Wieder zu Hause habe ich dann die letzten Hausaufgaben gemacht, sodass ich jetzt ein paar Tage ohne Hausaufgaben verbringen werde, morgen ist Thanksgiving. Ich freue mich schon auf das ganze gute Essen!

Jetzt kann ich mich endlich mal Fragen widmen, die ich mir schon eine ganze Weile stelle:

1. Wie werden Amerikaner dick? Ich stehe jeden Morgen auf und ueberall stehen diese Kalorienangaben drauf. Man kriegt ein richtig schlechtes Gewissen, wenn man sich irgendwas mit vielen Kalorien reinzieht und alles ist sowiso Kalorienreduziert! Im Prinzip koennte man hier dauernd futtern und trotzdem nicht auf die empfohlenen 1800 bis 2000 Kalorien kommen. Die Antwort liegt im Amerikaner selbst. Amis haben immer was zu tun und entweder essen sie nichts und bleiben spindelduerr oder sie essen nebenher und werden dick.

2. Warum sind Amerikaner so faul und wollen trotzdem als Gesellschaft immer die schnellsten und besten sein? Wir bekommen so viele Hausaufgaben, dass ich kaum etwas anderes nach der Schule machen kann, aber wenn man seine Hausaufgaben brav macht, sind gute Noten kein Problem. Wir schreiben jede Woche mindestens eine Arbeit und mehrere Tests, wir werden hier so darauf gedrillt, zu lernen, dass ich nicht blicke, wie man nicht gut sein kann, wie man durchfallen kann. Wer seine Hausaufgaben macht, bekommt Punkte, wer das nicht tut, hat ein Problem. Vielleicht ist ihre Faulheit aber auch ihr antrieb. Warum sonst haben wir hier Reiskocher zum in die Wand stecken und Toepfe, die man einfach an die Steckdose anschliesst? Essen kommt hier in Dosen und Tueten, alles ist vorgeschaelt und im Prinzip fertig zum Verzehr. Man koennte also sagen, dass Amis faul sind, aber immer noch fauler sein wollen und deshalb Neues erfinden.

3. Keine Frage, aber interessant: Ich bin hier gross und schlank. Ich bin 5 feet 6 inches, die durchschnittliche Amerikanerin ist 5'4'', trotzdem gibt es tonnenweise Amerikanische Models.

4. Warum sprechen die meisten Amerikaner nur Englisch? Nachdem ich drei Wochen lang ausprobiert habe, wie Amerikanern Spanisch beigebracht wird, ist das kein Wunder. Erstens, sehen viele nicht die Notwendigkeit eine Sprache zu lernen, weil sie im Prinzip wissen, dass jeder Englisch versteht. Sie versuchen es trotzdem, weil ihre Eltern ihnen sagen, dass sie es in Zukunft brauchen werden. Zweitens, das Unterrichtsmaterial ist auch unzurreichend, es werden Saetze beigebracht, keine Woerter, man lernt nicht, selber einen Satz zu kreieren. Drittens, hier legt niemand auf die richtige Aussprache wert, man ist froh, wenn man ueberhaupt sieht, dass sie sich angestrengt haben. Und dann wundert man sich wenn man im Ausland nicht verstanden wird.

5. Warum bleiben Amerikaner immer Kinder? Das ist interssant, Amerikaner bleiben im Prinzip immer Kinder, egal, wie alt sie sind. Das liegt hoechstwahrscheinlich daran, dass Amerikaner immer Kinder fuer ihre Eltern sind. Es ist hier undenkbar, dass jemand, der noch zur Schule geht, hier ohne Eltern nach vier Uhr (wenn es anfaengt dunkel zu werden) durch die Gegend laeuft. Selbst 17 1/2 -Jaehrige muessen hier noch ihre Eltern fragen, ob sie am Freitagabend nach dem Abendessen noch rausduerfen. Wir wuerden einfach einen Aufstand machen, ein bisschen streiten und dann gehen, das ist hier nicht so. Als Erwachsene ruft man dann immer Mutter oder Vater an, wenn man einen Rat oder Hilfe braucht und die tun dann alles, dass es gut wird. Eine gewisse Naivitaet, das Gefuehl, dass irgendwer es schon richten wird, wird beibehalten, das ganze Leben lang.

6. Wo sind all die ganzen Amis? Hier hat im Prinzip jeder einen Vorfahren aus Deutschland, habe ich das Gefuehl. Die Urgrosseltern meiner Gasteltern sind aus Deutschland, die anderen hatten Italienische Vorfahren, in meinem Homeroom hat jemand eine deutsche Mutter, Anna ist zur Haelfte deutsch. Lindas Familie war aus Polen irgendwann mal hergekommen. So interessant ich das alles auch finde, was ist mit den Leuten, deren Familen seit mehr als 100 Jahren hier in Amerika sind?

7. Warum sind Amerikaner so nett? Diese Antwort ist ganz einfach: Weil sie darauf angewiesen sind. Wir haben so viele Gruppenarbeiten, die alle benotet werden, man sieht sich nur fuer eine Stunde am Tag, ohne Nettigkeit wuerde man nicht all die Punkte bekommen, die man fuer ein gutes College braucht. Weiter muss man auch bedenken, dass man hier einfach keine Zeit ist, sich jeden Nachmittag zu treffen und: hier zieht man einfach mal 5000 kilometer weit weg, dann ist man mal ein, zwei Jahre im Ausland und dann kommt man woanders hin. Man braucht eine Gewisse Bindung, egal wie oberflaechlich, um eine Sicherheit zu haben, um nicht zu vereinsamen.

Okay, einiges hoert sich hier etwas depressiv an, das ganze ist weniger als laienhaft, hat aber Spass gemacht. Ich hatte jedenfalls meinen Spass :-D

Gute Nacht!

3 comments:

Anonym hat gesagt…

Wow, dein Blog sieht ja jetzt super aus.
Dann weiß ich ja jetzt, was du gestern so gemacht hast noch.
hdl Katharina

Anonym hat gesagt…

hey!
wow =) coole gestaltung.
und der text ist auch echt gut =)
ich sollte eigentlich mal latein lernen :D:D aber irgendwie fand ich das lesen von deinem blogg interessanter :D aber jetzt muss ich echt lernen xD
bis dann. hdl. miri

Anna hat gesagt…

ich freue mich, dass der Blog nicht zu langweilig ist, ich freue mich immer total, wenn ihr mir Kommentare hinterlasst! :-D

hab euch lieb,
Anna

Kommentar veröffentlichen